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Wann ist ein Zusatzbeitrag für Angehörige zu bezahlen?


Mit dem Budgetbegleitgesetz 2001 hat der Gesetzgeber beschlossen, dass für

  • Ehegatten/innen
  • eingetragene Partner/innen
  • Lebensgefährten/innen
  • haushaltsführende Personen

 

die bis zu diesem Zeitpunkt beitragsfrei mitversichert waren, unter gewissen Voraussetzungen ein Zusatzbeitrag zu zahlen ist. Dieser Zusatzbeitrag verbleibt aber nicht dem Krankenversicherungsträger, sondern fließt über den Weg der Krankenanstaltenfinanzierung in das Bundesbudget.

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Wie hoch ist der Zusatzbeitrag?


3,4 % der Berechnungsgrundlage (Brutto-Einkommen) 

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Ausgenommen vom Zusatzbeitrag sind:

Ehegatten/innen, eingetragene Partner/innen, Lebensgefährten/innen oder haushaltsführende Personen, wenn eine der folgenden Voraussetzungen zutrifft:

  • Der/Die Angehörige widmet sich aktuell der Erziehung eines im gemeinsamen Haushalt lebendenden Kindes.
  • Der/Die Angehörige hat sich in der Vergangenheit der Erziehung eines im gemeinsamen Haushalt lebenden Kindes zumindest 4 Jahre hindurch gewidmet.
    Der Erziehung "gewidmet" bedeutet,  dass sich der/die Angehörige sowie die Kinder (vor Vollendung des 18. Lebensjahres) zumindest 4 Jahre im gemeinsamen Haushalt aufgehalten haben.
    Es ist nicht erforderlich, dass der/die Ehegatte/in, der/die eingetragene Partner/in, der/die Lebensgefährte/in bzw. Angehörige tatsächlich den Haushalt geführt hat. Eine Erwerbstätigkeit daneben ist zulässig.
  • Der/Die mitversicherte Angehörige erhält ein Pflegegeld zumindest in der Höhe der Stufe 3
  • Der/Die mitversicherte Angehörige pflegt den Versicherten, der mindestens Pflegegeld in der Höhe der Stufe 3 erhält
  • Bei Vorliegen einer sozialen Schutzbedürftigkeit nach den Richtlinien des Hauptverbandes (z.B. Rezeptgebührenbefreiung).
  • Während des Bezuges von Kranken-, Wochen-, Karenz-, Kinderbetreuungs-, Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe.
  • Wenn Ihr Nettoeinkommen ohne Sonderzahlungen (Gehalt, Pensionsbezug, Vermögenseinkünfte, Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung) monatlich unter  EUR 1.323,58 (Kalenderjahr 2015) liegt.

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Als Berechnungsgrundlage gilt:

  • Bei unselbstständig Beschäftigten (z.B. Arbeiter, Angestellte ) das sozialversicherungspflichtige Erwerbseinkommen (inklusive Sonderzahlungen) des zweitvorangegangenen Kalenderjahres. Für 2015 wird das sozialversicherungspflichtige Erwerbseinkommen des Jahres 2013 herangezogen. Sind derartige Grundlagen nicht vorhanden, wird das aktuelle Erwerbseinkommen berücksichtigt.
  • Bei Pensionistinnen und Pensionisten der aktuelle monatliche Pensionsbezug zuzüglich der Sonderzahlungen.
  • Bei Selbstversicherten jene Beitragsgrundlage, die der Berechnung des Beitrages zugrunde liegt.
  • Bei Versicherten, die mehrere Beschäftigungen ausüben, wird der Zusatzbeitrag aus jedem einzelnen Beschäftigungsverhältnis berechnet.

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Beitragsvorschreibung


Der Zusatzbeitrag wird dem/der Versicherten vom Krankenver-sicherungsträger vorgeschrieben und eingehoben. Die/Der Versicherte und nicht die/der Angehörige hat diesen auf seine Gefahr und Kosten selbst einzuzahlen.

Bei etwaigen Rückfragen stehen Ihnen unsere Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer  telefonisch unter der Nummer 0316 8035-4000 oder persönlich Montag bis Donnerstag von 07:00 bis 14:30 Uhr und Freitag von 07:00 bis 14:00 Uhr gerne zur Verfügung.

Zuletzt aktualisiert am 04. April 2016