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Mehrfache Beschäftigung


Übt der Pflichtversicherte gleichzeitig mehrere die Pflichtversicherung begründende Tätigkeiten aus, so sind die Beiträge in jedem einzelnen Beschäftigungsverhältnis bis zur Höchstbeitragsgrundlage zu berechnen. Dies gilt entsprechend auch für die Sonderzahlungen. Lediglich der Wohnbauförderungsbeitrag ist nur so weit zu entrichten, als die Summe der Entgelte aus zwei oder mehreren Beschäftigungen die Höchstbeitragsgrundlage nicht übersteigt.

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Erstattung von Pensionsversicherungsbeiträgen

Überschreitet in einem Kalenderjahr bei einer Pflichtversicherung bzw. bei gleichzeitiger Ausübung mehrerer die Pflichtversicherung begründender Beschäftigungen die Summe aller Beitragsgrundlagen der Pflichtversicherung (einschließlich der Sonderzahlungen) die Summe der monatlichen Höchstbeitragsgrundlagen für die im Kalenderjahr liegenden Beitragsmonate der Pflichtversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit, wobei sich deckende Beitragsmonate nur einmal zu zählen sind, so hat die versicherte Person Anspruch auf Beitragsrückerstattung. Gleiches gilt für die Erstattung von Beiträgen, wenn neben der Pflichtversicherung nach dem Allgemeinen Sozialversicherungsgesetz (ASVG) auf Grund einer unselbständigen Erwerbstätigkeit noch eine oder mehrere Pflichtversicherungen nach dem Gewerblichen Sozialversicherungsgesetz (GSVG) oder dem Betrieblichen Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorgegesetz (BMSVG) vorliegen und ausschließlich Beiträge nach dem ASVG entrichtet wurden. Die monatliche Höchstbeitragsgrundlage ist das 35fache der täglichen Höchstbeitragsgrundlage.

Bei Anfall einer Leistung aus den Versicherungsfällen des Alters oder der geminderten Arbeitsfähigkeit sind der versicherten Person vom zuständigen Pensionsversicherungsträger die auf den Überschreitungsbetrag entfallenden Beiträge aufgewertet mit dem der zeitlichen Lagerung entsprechenden Aufwertungsfaktor (§ 108 Abs. 4 ASVG) in halber Höhe von Amts wegen zu erstatten.

Ist jedoch das Allgemeine Pensionsgesetz (APG) anzuwenden, gilt gemäß § 12 Abs. 1 zweiter Satz APG: Überschreitet die Summe aller Beitragsgrundlagen die Höchstbeitragsgrundlage, bildet dieser Differenzbetrag die Grundlage für die Rückerstattung. Die auf diesen Differenzbetrag entfallenden Beiträge werden aufgewertet mit dem der zeitlichen Lagerung entsprechenden Aufwertungsfaktor (§ 108 Abs. 4 ASVG) in halber Höhe erstattet. Dies gilt allerdings nur, wenn die Pflichtversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit das gesamte Kalenderjahr hindurch bestanden hat.

Ist dies nicht der Fall, sind auf Antrag der versicherten Person die aufgewerteten Beiträge von jenem Überschreitungsbetrag zu erstatten, der sich aus der Summe der monatlichen Höchstbeitragsgrundlagen ergibt.

Die versicherte Person kann bereits vor Anfall einer Leistung bei einem der beteiligten Krankenversicherungsträger den Antrag stellen, ihr die auf den Überschreitungsbetrag entfallenden Beiträge zu erstatten. Wenn dieser Antrag auch für die nachfolgenden Beitragsjahre gestellt wird, gilt er so lange, als die versicherte Person bei diesem Krankenversicherungsträger in der Pensionsversicherung zur Pflichtversicherung gemeldet ist.

Der Antrag auf Erstattung von Pensionsversicherungsbeiträgen gilt auch als Antrag auf Erstattung von Kranken- und Arbeitslosenversicherungsbeiträgen, umgekehrt jedoch nicht. 

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Erstattung von Krankenversicherungsbeiträgen

Überschreitet in einem Beitragsjahr die Summe aller Beitragsgrundlagen der Pflichtversicherung in der Krankenversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit oder eines Pensionsbezuges (einschließlich der Sonderzahlungen) das 35fache der täglichen Höchstbeitragsgrundlage für die im Kalenderjahr liegenden Monate der Pflichtversicherung (sich deckende Monate sind nur einmal zu zählen), so ist der Beitrag zur Krankenversicherung, der auf den Überschreitungsbetrag entfällt, der versicherten Person mit 4 %, soweit jedoch für das gesamte Kalenderjahr ein Zusatzbeitrag für Angehörige (§ 51d ASVG) geleistet wurde, mit 7,40 % zu erstatten. Als Monat der Pflichtversicherung in der Krankenversicherung sind alle Monate zu zählen, in denen die versicherte Person zumindest für einen Tag in der Krankenversicherung pflichtversichert war.

Die versicherte Person kann bei sonstigem Ausschluss bis zum Ablauf des dem Beitragsjahr drittfolgenden Kalenderjahres für die im Beitragsjahr fällig gewordenen Beiträge bei einem der beteiligten Versicherungsträger den Antrag auf Erstattung stellen. Ein Antrag kann auch für die folgenden Kalenderjahre gestellt werden. Er gilt so lange, als die versicherte Person bei dem Versicherungsträger versichert ist.

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Erstattung von Arbeitslosenversicherungsbeiträgen

Überschreitet in einem Beitragsjahr die Summe aller Beitragsgrundlagen der Pflichtversicherung in der Arbeitslosenversicherung auf Grund einer Erwerbstätigkeit (einschließlich der Sonderzahlungen) das 35fache der jeweiligen Höchstbeitragsgrundlage, so ist der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung, der auf den Überschreitungsbetrag entfällt, der versicherten Person mit dem halben Beitragssatz, der in diesem Beitragsjahr gegolten hat, auf Antrag zu erstatten (entspricht dem Dienstnehmeranteil).

Als Monat der Pflichtversicherung in der Arbeitslosenversicherung sind alle Kalendermonate zu zählen, in denen die versicherte Person zumindest für einen Tag in der Arbeitslosenversicherung pflichtversichert war.

Die Rückerstattung von Arbeitslosenversicherungsbeiträgen ist erst für  Beitragsgrundlagen ab dem 1.1.2005 möglich. Die versicherte Person kann bei sonstigem Ausschluss bis zum Ablauf des dem Beitragsjahr drittfolgenden Kalenderjahres für die im Beitragsjahr fällig gewordenen Beiträge bei einem der beteiligten Versicherungsträger den Antrag auf Erstattung stellen. 

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Zusammentreffen von mehreren (geringfügigen) Beschäftigungsverhältnissen

Überschreitet bei einem Dienstnehmer (freien Dienstnehmer) das Entgelt aus allen seinen Beschäftigungsverhältnissen nach dem ASVG die Geringfügigkeitsgrenze in einem Kalendermonat, hat er Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge auch von den geringfügigen Entgelten zu entrichten. Für den jeweiligen (freien) Dienstnehmer besteht dann kein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis mehr. Der Versicherte gilt vielmehr für sich nicht mehr als geringfügig beschäftigt sondern unterliegt auch der Kranken- und Pensionsversicherung. Die Dienstnehmerbeiträge zur Kranken- und Pensionsversicherung von den geringfügigen Entgelten werden einmal jährlich im Nachhinein zur Zahlung vorgeschrieben.

Entgelte des Dienstnehmers aus einer geringfügigen Beschäftigung bei gleichzeitigem Leistungsbezug aus der Arbeitslosenversicherung, Karenzgeldbezug, Pensionsbezug sowie Bezügen nach dem Beamten-Kranken- und Unfallversicherungsgesetz (B-KUVG) werden nicht zusammengerechnet.

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015