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Tätigkeit in Drittstaaten


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Nationales Recht

Wird eine Person in einem Drittstaat tätig, sind stets die Rechtsvorschriften dieses Staates zu beachten (Territorialitätsprinzip). Ob ein Versicherungsschutz besteht oder nicht, ist demzufolge nach dem jeweils geltenden nationalen System der sozialen Sicherheit zu beurteilen.

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Entsendung

Das in Österreich geltende ASVG beinhaltet allgemeine Regelungen, die es ermöglichen, Dienstnehmer unter Aufrechterhaltung ihrer Versicherung im Inland ins Ausland zu entsenden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Kriterien für eine Entsendung auch vorliegen.

Ist dies der Fall, gelten Dienstnehmer, die ins Ausland entsendet werden, als im Inland beschäftigt, sofern ihre Beschäftigung im Ausland die Dauer von fünf Jahren nicht übersteigt.

Wie im EG-Recht bzw. in den bilateralen Abkommen kann diese Frist, wenn es die Art der Beschäftigung begründet, verlängert werden. Ein entsprechender Verlängerungsantrag ist an das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz zu richten. Da im Verhältnis mit Drittstaaten keine Koordinierungsregelungen hinsichtlich des Aufeinandertreffens der verschiedenen Systeme der sozialen Sicherheit bestehen, kann es dazu kommen, dass trotz Vorliegens einer Entsendung nach österreichischem Recht auch eine (Doppel-)Versicherung in dem jeweiligen Drittstaat eintritt.

Liegt eine Entsendung in einen Drittstaat vor, hat der Dienstgeber für den entsendeten Dienstnehmer und die ihn begleitenden Angehörigen für die Dauer des Aufenthaltes die Kosten für die zustehenden Leistungen aus der Krankenversicherung zunächst selbst zu übernehmen. Sofern der zuständige Krankenversicherungsträger binnen einem Monat über den Eintritt des Versicherungsfalles verständigt wird, erhält der Dienstgeber einen (teilweisen) Kostenersatz.

Zuletzt aktualisiert am 11. März 2015