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Beitragsabrechnung - Aktuelle Frage im März 2016


Schulungssituation/Quelle: Bilderbox Eine geringfügige Beschäftigung bewirkt eine Teilversicherung in der Unfallversicherung. Durch eine freiwillige Versicherung gemäß § 19a ASVG erlangt ein geringfügig Beschäftigter einen Versicherungsschutz in der Kranken- und Pensionsversicherung. Gibt es sonst noch eine Möglichkeit einer Vollversicherung obwohl das Entgelt die Geringfügigkeitsgrenze unterschreitet?

 

Ergibt sich durch das Arbeitsausmaß ein Entgelt unter der Geringfügigkeitsgrenze, liegt nur die Teilversicherung in der Unfallversicherung vor. Daran ändert sich auch nichts, wenn zB eine Anmeldung in der Beitragsgruppe A1 trotz eines Entgelts von € 300,00 erstattet wird.

Die Abrechnung der Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherungsbeiträge durch den Dienstgeber verwandeln den geringfügig Beschäftigten nicht in einen vollversicherten Dienstnehmer. Hier entscheidet ausschließlich die Höhe des Entgeltes über das Ausmaß der Pflichtversicherung und nicht der Wille des Dienstnehmers und/oder Dienstgebers, auch wenn diese übereinstimmend eine Vollversicherung beabsichtigen.

 

Wechsel von Vollversicherung auf Teilversicherung – „Schutzmonat“

 

Treten bei Fortbestand des Beschäftigungsverhältnisses die Voraussetzungen für eine geringfügige Beschäftigung ein, so endet die Vollversicherung (Kranken-,

Unfall-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung) mit dem Ende des laufenden Beitragszeitraumes.

Ist bereits am Ersten eines Beitragszeitraumes bekannt, dass ab diesem Zeitpunkt nur eine geringfügige Beschäftigung vorliegen wird (dieser Umstand ist dem zuständigen Krankenversicherungsträger unverzüglich zu melden), so endet die Vollversicherung mit dem Ende des vorangegangenen Beitragszeitraumes. Ergibt sich die Höhe des Entgeltes unter der Geringfügigkeitsgrenze erst im Laufe des Monates bzw. im Nachhinein bleibt die Vollversicherung für diesen Monat aufrecht, auch bei einem Entgelt unter der Geringfügigkeitsgrenze („Schutzmonat“).

 

Anpassung der Geringfügigkeitsgrenze

 

Die Geringfügigkeitsgrenze unterliegt der jährlichen Aufwertung. Dies kann dazu führen, dass ein – in Beachtung der Geringfügigkeitsgrenze des Vorjahres - Vollversicherter ein Entgelt unter bzw. in Höhe der aufgewerteten Geringfügigkeitsgrenze bezieht.

Eine generelle Übergangsbestimmung sichert in diesen Fällen den Fortbestand der Vollversicherung. Der Versicherte hat allerdings die Möglichkeit, das Ausscheiden aus der Vollversicherung zu beantragen und damit die Teilversicherung in der Unfallversicherung zu begründen.


Info

Diese beiden Beispiele – Wechsel von Voll- auf Teilversicherung und die Anpassung der Geringfügigkeitsgrenze – bieten die einzigen Möglichkeiten, dass ein Dienstnehmer mit einem Entgelt unter dem Grenzbetrag vollversichert bleibt.

 


 

Zuletzt aktualisiert am 08. Juni 2016