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Alarmierend: Belastung durch Feinstaub in Nichtraucherbereichen der Lokale viel zu hoch!


  • Messungen im Auftrag der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse beweisen: Nichtraucherbereiche sind Mitraucherbereiche
  • Kein ausreichender Schutz vor Feinstaub: Belastung bis zu achtmal so hoch wie in reinen Nichtraucherlokalen oder auf der Straße 
  • Graz hat auch „indoor“ ein beträchtliches Feinstaubproblem


Tabakkonsum ist – nicht nur in Österreich – eine der wichtigsten vermeidbaren Todesursachen, Rauchverbote in der Gastronomie haben daher eine unmittelbar positive Auswirkung auf die Gesundheit. „Die rauchfreie Gastronomie rettet Menschenleben“, erklärt STGKK Obmann Josef Harb das Engagement der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse für den Nichtraucherschutz: „Wir haben als Institution ganz einfach Verantwortung zu übernehmen. Die STGKK betreibt ja gemeinsam mit dem Land und der Suchtpräventionsstelle bereits seit elf Jahren intensive Tabakprävention.“

 

Besonders wichtig ist natürlich, über aktuelles Zahlenmaterial zu verfügen. Die STGKK hat daher eine Reihe von Messungen mit einem mobilen Partikelzähler (Partikel pro Kubikzentimeter, Partikelgröße 0,02 bis 1 Mikrometer) in Auftrag gegeben, die speziell die Feinstaubbelastung in den Nichtraucherbereichen von Grazer Mischlokalen unter die Lupe nimmt. Die ersten Ergebnisse alarmieren: In den Nichtraucherbereichen von Mischbetrieben ist die Feinstaubkonzentration bis zu achtmal so hoch wie in reinen Nichtraucherlokalen oder auf der Straße! Durchschnittlich beträgt die Konzentration von Feinstaubpartikeln in Nichtraucherbereichen das Vierfache des Außenbereichs. In reinen Raucherlokalen ist die Konzentration an gefährlichen Feinstaubpartikeln sogar bis zu zwanzigmal so hoch wie in reinen Nichtraucherlokalen. Zwei Drittel der bereits untersuchten Lokale weisen deutlich erhöhte Werte im Nichtraucherbereich auf.

Winzig kleine Feinststaubpartikel aus dem Zigarettenrauch, die mit freiem Auge nicht erkennbar sind, dringen besonders tief in die Lunge und über das Blut in alle Organe des menschlichen Körpers ein, wo sie erheblichen Schaden anrichten – auch bei Personen, die den Rauch passiv mitkonsumieren müssen“, erklärt der Studienautor, der allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige DI Peter Tappler. „Wir haben bislang nur in Wiener Lokalen Feinstaubmessungen durchgeführt, jetzt erhalten wir erstmals Vergleichswerte aus einem anderen Bundesland. Erstaunlich: Die bisherigen Messungen sind in die Spätsommerphase gefallen, wo viele Leute noch draußen im Gastgarten gesessen sind. Dennoch waren die ersten Ergebnisse erschreckend. Wir müssen davon ausgehen, dass die Situation in den Herbst- und Wintermonaten noch erheblich schlechter wird. Klar ist: In Mischlokalen sind Nichtraucherbereiche eindeutig Mitraucherbereiche“.

 

„Es ist uns wichtig zu betonen, dass wir keinesfalls eine Kampagne gegen Lokale führen, in denen das Rauchen erlaubt ist. Vielmehr erachten wir es als Zumutung, dass die Gastronomen in diesem heiklen Bereich seit Jahren im Stich gelassen werden und es keine Chancengleichheit gibt. Uns ist es wichtig, mit dieser Studie die gesundheitlichen Vorteile von rauchfreien Lokalen klar und deutlich darzulegen“, betont Kassenobmann Harb. Nachsatz: „Rauchfreie Betriebe nehmen Verantwortung wahr und unternehmerisches Risiko in Kauf. Hut ab vor allen, die abseits der gesetzlichen Verpflichtung auf rauchfrei umstellen und damit nicht nur die Gesundheit ihrer Gäste, sondern auch ihrer Mitarbeiter im Auge haben!“

 

Harb bekräftigt abschließend nochmals die Unterstützung der STGKK für das „Don’t Smoke“-Volksbegehren. „Diese breite Bewegung über alle Generationen und Parteien hinweg stimmt mich positiv, dass wir im Nichtraucherschutz schon bald einen längst fälligen Schritt nach vorne machen. Die 900.000 Unterschriften sollten erreichbar sein.“

Zuletzt aktualisiert am 28. September 2018