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Geriatrischer Konsiliardienst – "GEKO" für steirische Pflegeheime


Das Projekt „Geriatrischer Konsiliardienst - GEKO“, das ab Mitte Mai 2019 in Pflegeheimen der Weststeiermark und in Graz anlaufen wird, unterstützt Hausärztinnen und Hausärzte bei der Betreuung erkrankter Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohner. Schwerpunkt dabei ist die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung einer angemessenen und qualitätsvollen Gesundheitsversorgung.

Pressekonferenz zum Thema "Geriatischer Konsiliardienst – GEKO“ für Steirische Pflegeheime; ©Gesundheitsfonds Steiermark/Streibl





Abteilungsleiter Innere Medizin LKH-Weststeiermark – Voitsberg Peter Mrak; ÄK-Präsident Herwig Lindner; Gesundheitslandesrat Christopher Drexler; GKK-Obmann Josef Harb; Leiter Seniorenzentren Volkshilfe Steiermark Mario Pfundner;  Ärztlicher Leiter Albert Schweitzer Klinik Walter Schippinger; stv. Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Johannes Koinig (v.l.n.r.)


Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen haben im Rahmen ihrer pflegerischen Betreuung zeitweise einen erhöhten medizinischen Versorgungsbedarf. Um diesem gerecht zu werden, wird im Auftrag des Gesundheitsfonds Steiermark und der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse das Projekt „Geriatrischer Konsiliardienst – GEKO“ in den Regionen Graz-Stadt und Weststeiermark über eine Laufzeit von drei Jahren durchgeführt. Im Rahmen dieses Projektes soll die hausärztliche Betreuung durch eine geriatrische Beratung des GEKO unterstützt werden und dadurch zu einer Weiterentwicklung der medizinisch-pflegerischen Versorgungsqualität geriatrischer Patientinnen und Patienten in Pflegeheimen beitragen. Erfolgreiche Pilotprojekte in Kärnten, im Landespflegezentrum Radkersburg und in Graz konnten bereits zeigen, dass vermeidbare Transporte aus Pflegeheimen in die Akutspitäler durch die Zusammenarbeit der Hausärztinnen und Hausärzte, den Pflegenden in den Heimen und dem Geriatrischen Konsiliardienst deutlich verringert werden konnten. Gleichzeitig stellt es einen wichtigen und innovativen Schritt für die sektorenübergreifende Kooperation mit dem niedergelassenen Bereich dar.

Christopher Drexler, Landesrat für Gesundheit und Pflege: „Der Geriatrische Konsiliardienst trägt zu einer noch besseren Versorgungsqualität in den Pflegeheimen bei. Durch die Unterstützung der hausärztlichen Betreuung in Form von Beratungsleistungen des Geriatrischen Konsiliardienstes, gelingt ein wichtiger Fortschritt im Bereich der Altersmedizin. Es ist ein Beispiel für die gelungene Optimierung der Zusammenarbeit zwischen intra- und extramuralen medizinischen Diensten. Wir werden damit eine deutliche Entlastung der stationären Versorgungsbereiche, der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte der Pflegeheim-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine noch bessere medizinischen Vor-Ort-Versorgung in den Pflegeheimen erreichen.“

Josef Harb, Obmann der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse: „Die medizinische Versorgung älterer Menschen in den steirischen Pflegeheimen kann gar nicht gut genug sein. Vom neuen Pilotprojekt, das Hausärztinnen und Hausärzte sowie das Pflegepersonal durch geriatrisch geschulte Teams direkt in den Heimen unterstützt, erwarten wir uns eine weitere Steigerung der Qualität. Mittelfristig sollen die hohen Standards auf die ganze Steiermark ausgeweitet werden, was den Bewohnerinnen und Bewohner der Heime unter anderem mühsame Wege und unnötige Mehrfach-Medikationen ersparen soll. In Zeiten einer erfreulicherweise ständig steigenden Lebenserwartung ist jede Investition in die Gesundheit der älteren Bevölkerung ein wichtiger Impuls.“

Herwig Lindner, Präsident der Ärztekammer Steiermark: „Der Geriatrische Konsiliardienst – GEKO ist ein Projekt, das die Zusammenarbeit zwischen Hausärztinnen bzw. Hausärzten und Spital in einem sehr sensiblen Bereich stärkt. Das sollte allen helfen – vor allem natürlich den Patientinnen und Patienten, den Pflegeheimen, den Spitälern und den Hausärztinnen und Hausärzten. Wenn betagte und hochbetagte Menschen im Krankheitsfall möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung behandelt werden können, ist viel erreicht.“

Aufbauend auf den gewonnenen Erfahrungen aus den Pilotprojekten wurden die Steiermärkische Krankenanstalten GesmbH (KAGes) für die Region Weststeiermark und die Geriatrischen Gesundheitszentren Graz (GGZ) für die Region Graz-Stadt mit der Projektdurchführung beauftragt. Das jeweilige GEKO-Team setzt sich dabei aus zumindest einer Fachärztin/einem Facharzt mit Additivfach Geriatrie und einer diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin/einem diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger zusammen. Die Leistungen des Geriatrischen Konsiliardienstes umfassen allgemeine Beratungsangebote zu spezifisch geriatrischen Fragestellungen und Themen an die Pflege sowie angeforderte patientenbezogene Konsile.

Die Ziele des Projekts sind:

  • Entlastung und Unterstützung von Hausärztinnen und Hausärzten sowie Pflegekräften in Pflegeheimen bei der Versorgung multimorbider geriatrischer Patientinnen und Patienten durch konsiliarische Beratung.
  • Förderung des Wissens- und Informationsaustausches
  • Reduktion vermeidbarer stationärer Aufnahmen von Pflegeheimbewohnerinnen und Pflegeheimbewohner in Akutkrankenhäusern.
  • Reduktion vermeidbarer / unnötiger Transporte.
  • Reduktion von Polypharmazie.


Im Rahmen eines GEKO-Konsils können folgende Leistungen erbracht werden:

  • Visite mit Anamnese und Untersuchung geriatrischer Patientinnen und Patienten unter Einbeziehung des Betreuungsteams (Hausärztin/Hausarzt, Pflegeteam) zur geriatrischen Entscheidungsfindung in komplexen Betreuungssituationen mit dem Ziel einer Behandlungsempfehlung.
  • Beratung bei Fragestellungen der medikamentösen Therapie bei bestehender Polypharmakotherapie.
  • Angebote zum bilateralen Wissenstransfer.
  • Beratung bei Fragestellungen der geriatrischen Symptomtherapie.
  • Hilfestellung bei Entscheidungsfindungsprozessen zur adäquaten Versorgungsstruktur.
  • Angehörigengespräche bei Bedarf gemeinsam mit Hausärztin/Hausarzt und Krankenpflegepersonal.


Peter Mrak, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am LKH-Weststeiermark, Standort Voitsberg: „Die Einführung des GEKO Dienstes stellt eine innovative, weil sektorenübergreifende Maßnahme dar, die es erlaubt, den Menschen in Pflegeheimen, die es ohnehin schon sehr schwer haben, den Zugang zur Medizin zu erleichtern. Im Krankheitsfall ergänzen sich die Leistungen der Pflegenden, der Hausärztinnen und Hausärzte und des Geriatrischen Konsiliararztes optimal“.

Walter Schippinger, Ärztlicher Leiter der Albert Schweitzer Klinik: „Der geriatrische Konsiliardienst GEKO unterstützt Hausärztinnen und Hausärzte sowie das Pflegepersonal, um betagten Menschen, die in Pflegeheimen leben, eine optimierte medizinische Betreuung anbieten zu können. Evaluierungen aus mehreren Projekten mit dem Modell GEKO beweisen, dass GEKO vermeidbare und für alte Menschen belastende Spitalseinweisungen durch eine verstärkte medizinische vor-Ort-Betreuung wirksam reduzieren kann. GEKO optimiert die medizinische und pflegerische Versorgung und dient so der Gesundheit und Lebensqualität älterer Menschen in Pflegeheimen“.

Mario Pfundner, Leiter der Seniorenzentren der Volkshilfe Steiermark: „Die Volkshilfe betreibt in der Steiermark 25 Pflegeheime mit über 1500 Pflegeplätzen und ist damit der größte Pflegeheimbetreiber im Bundesland. Die Einrichtungen sind nicht nur in städtischen Ballungsgebieten, sondern auch im ländlichen Bereich situiert. Gerade hier ist es schwierig einen internistisch-geriatrischen Facharzt für die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegeheime zu bekommen. Hier setzt das Projekt GEKO an, bringt den/die Facharzt/Fachärztin zum/zur Bewohner/Bewohnerin und vermeidet dadurch lange Wege, hohe Kosten und unnötige Spitalseinweisungen. GEKO kann so, in Zusammenarbeit mit den behandelnden Hausärztinnen und Hausärzten, dazu beitragen, die medizinische Versorgung in unseren Einrichtungen zu optimieren“.

Johannes Koinig, stellvertretender Geschäftsführer und Planungsverantwortlicher Gesundheitsfonds Steiermark, abschließend: „Ziel ist es, den Geriatrischen Konsiliardienst steiermarkweit anbieten zu können. In Hinblick darauf wird das Projekt über die gesamte Laufzeit durch ein Monitoring begleitet. Nicht zuletzt soll dadurch die Qualität der Versorgung sichergestellt und ein etwaiger Adaptierungsbedarf festgestellt werden, sondern vor allem dient es als Basis für eine landesweite Implementierung des Geriatrischen Konsiliardienstes in der Steiermark.“

Zuletzt aktualisiert am 16. August 2019