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Steirische Versicherte als große Gewinner der letzten STGKK-Bilanz: Leistungsplus beträgt 76 Millionen Euro


Trotz aller politischen Unabwägbarkeiten auf Bundesebene dürfte die Bilanz für das Jubiläumsjahr 2018 die letzte sein, die von der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse in Eigenregie und ohne Einflussnahme aus Wien erwirtschaftet wurde – und die Zahlen können sich einmal mehr sehen lassen: Der Bilanzgewinn beläuft sich auf 37,4 Millionen Euro, die steirische Kasse hat zum siebenten Mal in Folge ein positives Betriebsergebnis erzielt.

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Die wahren Gewinner sind aber die Versicherten: Das Leistungsangebot der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse wurde 2018 um rund 76 Millionen Euro ausgeweitet. Kassenobmann Josef Harb: „Wir sind kein Sparverein. Das Geld der Beitragszahler darf einzig und allein unseren Versicherten zugutekommen. Zum Glück ist uns das im 150. Jahr unseres Bestehens besonders gut gelungen. Darüber hinaus gilt es natürlich, verantwortungsvoll und mit Augenmaß zu wirtschaften, damit unser Gesundheitssystem für alle Eventualitäten gewappnet ist.“

 

Für Harb steht aber noch etwas außer Frage: „Diese Positivserie beweist, dass die Zerschlagung der Gebietskrankenkassen keinesfalls im Sinne der Versicherten war. Es ging dabei primär um Populismus und Posten, über die Beiträge unserer Versicherten sollen künftig de facto die Dienstgeber allein entscheiden. Rationale Argumente können bei der Sozialversicherungsreform jedenfalls keine Rolle gespielt haben – ganz abgesehen davon, dass die Zusammenlegung selbst Unsummen an Geld verschlingen wird. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen, immerhin liegen acht Beschwerden – darunter auch jene der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse – beim Verfassungsgerichtshof. Und vielleicht setzt sich ja auch auf politischer Ebene doch noch die Vernunft durch.“

 

Generaldirektorin Andrea Hirschenberger verweist auf zwei Hauptgründe für die erfolgreiche Arbeit: „Die neuerlich klar positive Bilanz der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse ist einerseits auf die gute Wirtschaftslage, andererseits aber auch auf den seit Jahren geringsten Verwaltungsaufwand aller Träger zurückzuführen – er beträgt gerade 1,57 Prozent der gesamten Aufwendungen. Dadurch war es möglich, unsere Versorgungsleistungen und Gesundheitsförderungsangebote abermals deutlich zu steigern.“

 

Steiermark setzt Akzente 

Die Steiermark präsentiert sich beim Ausbau der ärztlichen Versorgung durch Primärversorgungseinheiten führend. Zu den bestehenden fünf Gesundheitszentren kommen noch heuer vier weitere dazu, damit werden am Jahresende neun derartige Einrichtungen zur Verfügung stehen – mehr als in jedem anderen Bundesland. Auch die finanzielle Starthilfe für Ärzte, die schwer zu besetzende Kassenstellen übernehmen, ist in dieser Größenordnung einzigartig. Im Bereich der Gesundheitsförderung leistet die Steiermärkische Gebietskrankenkasse seit Jahren Pionierarbeit: Tabakentwöhnung, Ernährungsberatung, Hilfe für Familien mit Kleinkindern in prekären Lebenssituationen („Frühe Hilfen“), maßgeschneiderte Angebote für Kindergärten, Schulen, Betriebe und als Novum demnächst auch für Senioren – es gibt regional maßgeschneiderte Angebote für jedes Alter und alle Lebensbereiche.

 

Millionen fließen nach Wien

Dennoch bleibt für Kassenobmann Harb ein gewaltiger Wermutstropfen zurück: „Wir konnten in den vergangenen Jahren unsere Leistungsrücklagen auf 217 Millionen Euro erhöhen – zur Absicherung der Versorgung, für neue Entwicklungen im Bereich der ständig fortschreitenden medizinischen Innovation und natürlich auch, um für eventuelle Krisenszenarien gerüstet zu sein. Davon werden aber lediglich 62 Millionen Euro in der Steiermark bleiben und gezielt unseren Versicherten zugutekommen. 155 Millionen fließen nach Wien, auf die Verwendung dieser Mittel werden wir ab 2020 keinen Einfluss mehr haben. Wie gerecht das ist, mag jeder für sich selbst beurteilen …“

Zuletzt aktualisiert am 24. Mai 2019