DRUCKEN

Feinstaubstudie in der Gastronomie


Kaffeetasse und daneben eine rauchende Zigarette im Aschenbecher//(c) Fotolia 26 Gaststätten mit Raucher- und Nichtraucherbereich wurden untersucht, in 80 Prozent der Lokale wurden auch im Nichtraucherbereich deutlich erhöhte, gesundheitsschädliche Mengen an Feinstaub gemessen. Ein klares Indiz dafür, dass die derzeitige Regelung nicht funktioniert.


Von den 26 untersuchten Mischlokalen (ein reines Nichtraucherlokal diente als Referenz), konnten in 21 Lokalen signifikante Feinstaubübertritte im Nichtraucherbereich festgestellt werden. Andere Feinstaubquellen wie Kerzen oder offene Küchenbereiche wurden in der Studie berücksichtigt. „Durchschnittlich haben wir im Nichtraucherbereich fünfmal so viel Feinstaub wie im Außenbereich gemessen. Die Spitzen lagen nicht selten zehnmal höher als im Freien“, erklärt der gerichtlich zertifizierte Sachverständige Peter Tappler, der die Studie im Auftrag der STGKK durchgeführt hat.

Mit einem portablen Feinstaubmessgerät (mobiler Partikelzähler: gemessen werden Partikel pro Kubikzentimeter mit einer Partikelgröße von 0,02 bis 1 Mikrometer) wurden insbesondere Lokale, Cafés und Bars der Grazer Innenstadt gemessen und selbst Studienleiter Tappler war überrascht über die Ergebnisse: „Das Tabakgesetz wird in Mischlokalen leider wenig bis gar nicht eingehalten. Die meisten Übertritte passieren durch offene oder undichte Türen oder ungünstige Druckverhältnisse. Mitunter gibt es gar keine Trennelemente zwischen Raucher- und Nichtraucherbereichen.“ Die gesetzliche Verpflichtung, dass kein Tabakrauch in die vom Rauchverbot belegten Räumlichkeiten dringen darf (Tabakgesetz, § 13a) wurde in 80 Prozent der untersuchten Fälle nicht eingehalten.


"Nichtraucherbereiche in Mischlokalen bieten eindeutig keinen ausreichenden Schutz“, bringt es STGKK-Obmann Josef Harb auf den Punkt. „Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz – nur die Bediensteten in der Gastronomie sind von diesem Schutz ausgenommen. Das grenzt in einem modernen Land wie Österreich an einen Skandal“, betont Harb weiter.

linkFeinstaubstudie in der Gastronomie (2.6 MB)

Zuletzt aktualisiert am 24. November 2019