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Wann ist ein Zusatzbeitrag für Angehörige zu bezahlen?


Seit dem Budgetbegleitgesetz 2001 ist grundsätzlich für alle mitversicherten Angehörigen wie z.B.

  • Ehegatten/innen
  • eingetragene Partner/innen
  • Lebensgefährten/innen
  • haushaltsführende Personen
  • usw.

ein Zusatzbeitrag zu bezahlen.

Dieser Zusatzbeitrag verbleibt aber nicht dem Krankenversicherungsträger, sondern fließt über den Weg der Krankenanstaltenfinanzierung in das Bundesbudget.

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Ausgenommen vom Zusatzbeitrag sind allerdings:

  • Leibliche Kinder, Wahlkinder, Stiefkinder, Pflegekinder und Enkel
  • mitversicherte Angehörige, die sich aktuell der Erziehung eines im gemeinsamen Haushalt lebendenden Kindes widmen
  • mitversicherte Angehörige, die sich in der Vergangenheit der Erziehung eines im gemeinsamen Haushalt lebenden Kindes zumindest 4 Jahre hindurch gewidmet haben.
    Der Erziehung "gewidmet" bedeutet,  dass sich der/die Angehörige sowie die Kinder (vor Vollendung des 18. Lebensjahres) zumindest 4 Jahre im gemeinsamen Haushalt aufgehalten haben.
    Es ist nicht erforderlich, dass der/die Ehegatte/in, der/die eingetragene Partner/in, der/die Lebensgefährte/in bzw. Angehörige tatsächlich den Haushalt geführt hat. Eine Erwerbstätigkeit daneben ist zulässig.
  •  mitversicherte Angehörige, die ein Pflegegeld zumindest in der Höhe der Stufe 3 erhalten
  •  mitversicherte Angehörige, die den Versicherten, der mindestens Pflegegeld in der Höhe der Stufe 3 erhält, pflegen

    Außerdem ist kein Zusatzbeitrag zu leisten, wenn 

  • beim/bei der Versicherten eine soziale Schutzbedürftigkeit nach den Richtlinien des Hauptverbandes (z.B. Rezeptgebührenbefreiung) vorliegt.
  • der/die Versicherte Kranken-, Wochen-,  Kinderbetreuungs-, Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezieht.
  • das Nettoeinkommen des/der Versicherten ohne Sonderzahlungen (Gehalt, Pensionsbezug, Vermögenseinkünfte, Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung) monatlich unter [Rezeptgebuehrenbefreiung-Grenzbetrag_Ehepaar_monatlich - EUR 1.363,52] liegt.
  • der Versicherte Präsenz- oder Zivildiener ist.

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Wie hoch ist der Zusatzbeitrag?

Der Zusatzbeitrag beträgt 3,4 % der Berechnungsgrundlage (Brutto-Einkommen) 

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Als Berechnungsgrundlage gilt:

  • Bei unselbstständig Beschäftigten (z.B. Arbeiter, Angestellte ) das sozialversicherungspflichtige Erwerbseinkommen (inklusive Sonderzahlungen) des zweitvorangegangenen Kalenderjahres. Für 2018 wird das sozialversicherungspflichtige Erwerbseinkommen des Jahres 2016 herangezogen. Sind derartige Grundlagen nicht vorhanden, wird das aktuelle Erwerbseinkommen berücksichtigt.
  • Bei Pensionistinnen und Pensionisten der aktuelle monatliche Pensionsbezug zuzüglich der Sonderzahlungen.
  • Bei Selbstversicherten jene Beitragsgrundlage, die der Berechnung des Beitrages zugrunde liegt.
  • Bei Versicherten, die mehrere Beschäftigungen ausüben, wird der Zusatzbeitrag aus jedem einzelnen Beschäftigungsverhältnis berechnet.

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Beitragsvorschreibung

Der Zusatzbeitrag wird dem/der Versicherten vom Krankenversicherungsträger vorgeschrieben und eingehoben. Die/Der Versicherte und nicht die/der Angehörige hat diesen auf seine Gefahr und Kosten selbst einzuzahlen.

Bei etwaigen Rückfragen stehen Ihnen unsere Kundenbetreuerinnen und Kundenbetreuer

  • telefonisch: unter der Nummer 0316 8035-4000 oder
  • persönlich: von Montag bis Donnerstag von 07:00 bis 14:30 Uhr und
                       am  Freitag von 07:00 bis 14:00 Uhr
    gerne zur Verfügung.

Zuletzt aktualisiert am 09. Januar 2018