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Der Weg zur kostenfreien Zahnspange


Mädchen mit Zahnspange // Copyright: CandyBox Images - Fotolia.com Mit Einführung der kostenfreien Zahnspange für Kinder und Jugendliche wurde ab 1. Juli 2015 ein neues Kapitel der Kieferorthopädie aufgeschlagen. Diese  Kassenleistung gilt für gravierende Fehlstellungen, von denen nahezu jedes dritte Kind betroffen ist. In der Steiermark werden rund 3.000 Kinder pro Geburtsjahrgang davon profitieren.


Hier die wichtigsten Fakten zu den Leistungen im Bereich der Kieferorthopädie:

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Frühkindliche Zahnbehandlung für Kinder zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr

Eine frühkindliche Zahnbehandlung bei schweren Fehlstellungen erfolgt im Normalfall durch abnehmbare Zahnspangen. Ziel der interzeptiven kieferorthopädischen Behandlung ist die frühe Korrektur von Zahnfehlstellungen um eine möglichst normale Weiterentwicklung des Gebisses zu ermöglichen.

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Zahnspange für Kinder und Jugendliche zwischen dem 12. und 18. Lebensjahr 

Wer beurteilt, ob die kieferorthopädische Behandlung kostenfrei ist? 

25 Vertragskieferorthopädinnen und -orthopäden in sämtlichen Bezirken der Steiermark.

Welche Voraussetzungen müssen für die kostenfreie Leistung erfüllt sein?

  • Der behandelnde Zahnarzt ist ein Vertragspartner für Kieferorthopädie 
  • Der Start der Behandlung (= Einsetzen der Zahnspange) erfolgt vor dem 18. Geburtstag.
  • Die Zähne weisen eine massive Fehlstellung (Schweregrad der Stufen 4 oder 5 auf dem internationalen IOTN-Index) auf.
  • Es werden keine kosmetischen Spangen (z.B. weiße Brackets) verwendet.


Muss die Zahnspange bewilligt werden?

Die kostenlose Zahnspange ist bewilligungsfrei, wenn der Vertragskieferorthopäde feststellt, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind. 

Mein Kind hat bereits eine Zahnspange. Kann man während des laufenden Behandlungsjahres zur kostenfreien Zahnspange wechseln?

Bei einer laufenden kieferorthopädischen Behandlung nach den alten Bestimmungen ist ein Wechsel am Ende des Behandlungsjahres möglich, wenn die Voraussetzungen für die neue Leistung erfüllt sind. Das heißt: Die MedizinerInnen müssen über die entsprechende Ausbildung verfügen und das Kind muss die entsprechende Zahnfehlstellung der Stufen 4 oder 5 aufweisen. 

Darf ein Vertrags-Kieferorthopäde die Behandlung ablehnen?

Die Ablehnung eines Patienten ist nur in sachlich begründeten Fällen möglich. Beispiele: keine freien Termine, mangelnde Mitwirkung des Patienten (z.B. Mundhygiene).

Was ist, wenn man nicht zu einem Vertragsarzt oder einer Vertragsärztin gehen möchte?

Die Zahnspange ist nur bei Vertrags-Kieferorthopäden kostenlos. Nimmt man die Leistung bei einem Kieferorthopäden ohne Kassenvertrag in Anspruch, so leistet die STGKK eine Kostenerstattung nach den geltenden vertraglichen Tarifen, wenn sowohl Arzt als auch Patient die Voraussetzungen erfüllen. Das heißt: Die MedizinerInnen müssen über die entsprechende Ausbildung verfügen, das Kind muss die entsprechende Zahnfehlstellung der Stufen 4 oder 5 aufweisen und bei Behandlungsbeginn jünger als 18 Jahre sein. Darüber hinaus dürfen keine kosmetischen Spangen verwendet werden.

In diesem Fall werden Kosten in der Höhe von 80 Prozent des vertraglich festgelegten Tarifs, in Form von drei Teilzahlungen, erstattet. Der tatsächliche Kostenersatz hängt von den jeweiligen Behandlungsleistungen ab.
Es ist jedoch vor Behandlungsbeginn eine Antragstellung notwendig – andernfalls gebührt nur eine Gesamtleistung in der Höhe von 80% des vertraglich festgelegten Tarifs, bei vorliegendem Behandlungserfolg, zum Behandlungsende.

Welche Kriterien muss ein Kieferorthopäde ohne Kassenvertrag erfüllen? 

Bei Wahl-KieferorthopädInnen (gem. § 153 a Abs. 4 ASVG) wird die Zahnspange nicht gratis angeboten. Erfüllt der Arzt aber dieselben Kriterien wie ein Vertrags-Kieferorthopäde, so leistet die STGKK einen Kostenersatz in Höhe von 80 Prozent des vertraglich festgelegten Tarifs. 

Wer übernimmt die Kosten, wenn die Zahnspange repariert werden muss?

Für die ersten zwei Reparaturen entstehen dem Versicherten keine Kosten. Sollten weitere Reparaturen notwendig sein, müssen diese vom Krankenversicherungsträger bewilligt werden


Kann der Kieferorthopäde während der laufenden Behandlung gewechselt werden?

Nur mit Zustimmung des Versicherungsträgers. 

Was passiert, wenn das Kind durch Wartezeiten beim favorisierten Kieferorthopäden älter als 18 Jahre alt geworden ist?

In diesem Fall besteht die Möglichkeit, rechtzeitig einen anderen Vertrags-Kieferorthopäden in Anspruch zu nehmen. Sollte das Kind trotz aller Bemühungen zwischenzeitlich 18 Jahre alt geworden sein, kann die Zahnspange nicht kostenlos eingesetzt werden, die Behandlungskosten können leider auch nicht übernommen werden. In diesem Fall wird geprüft, ob ein Anspruch nach der bisherigen Regelung vorliegt – ob ein Kostenzuschuss für eine festsitzende Zahnspange bewilligt werden kann.

Was passiert, wenn die Zahnspange nach dem 18. Lebensjahr nochmals angepasst werden muss? Bleibt sie dann kostenlos?

Solange die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist, sind weitere Maßnahmen kostenlos. 

Wo kann man sich hinwenden, wenn man mit der Einstufung der Fehlstellung durch den Kieferorthopäden nicht einverstanden ist?

Grundsätzlich sollten medizinische Fragen in erster Linie mit dem behandelnden Arzt geklärt werden. Ist dies nicht möglich, kann man sich direkt an den zuständigen Krankenversicherungsträger wenden.

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Steirische Vertragskieferorthopädinnen und Vertragskieferorthopäden

Bezirk Bruck-Mürzzuschlag

Dr. Stefan Brünner, Bruck/Mur, Burggasse 2
Dr. Elisabeth Keber, Bruck/Mur, Roseggerstraße 17/1

Graz-Stadt

Dr. Martin Lang, Mariatroster Straße 211
Dr. Ilse Permann, Münzgrabenstraße 64
Dr. Gisela Schreiber, Parkstraße 17/1
Dr. Birgit Seidler-Österreicher, Untere Teichstraße 3
Dr. Ursula Willingshofer, Annenstraße 44/2
Dr. Doris Pregel, Sackstraße 15

Bezirk Graz-Umgebung

DDr. Isabella Clarici, Seiersberg, Haushamer Straße 2/7/24
Dr. Elma Kuljuh, Frohnleiten, Brückenkopf 1

Bezirk Hartberg-Fürstenfeld

Dr. Gerhard Schoiswohl, Stubenberg 13
Dr. Reinhardt Schreiber, Hartberg, Grazer Straße 18

Bezirk Leibnitz

a.o. Univ.-Prof. Dr. Richard Permann, Leibnitz, Wagnastraße 1

Bezirk Leoben

Dr. Franz Michael Jeglitsch, Leoben, Roseggerstraße 15

Bezirk Liezen

Dr. Wolfgang Hans Bertl, Liezen, Fronleichnamsweg 22
Dr. Wolfgang Laserer, MSc, Bad Aussee, Ischlerstraße 93

Bezirk Murau

DDr. Siegfried Walter Kern, Murau, Schwarzenbergstraße 11

Bezirk Murtal

Dr. Klaus Hönigl, Judenburg, Burggasse 3/2
Dr. Sylvia Peer-Lupert, Knittelfeld, Mozartstraße 11
Dr. Weber Anneliese, Deutschlandsberg, Fabrikstraße 4-6 /II

Bezirk Südoststeiermark

Dr. Stefan Alexander Pristautz, Feldbach, Mühldorfer Straße 9a
Dr. Gernot Suppan, Deutsch Goritz 127

Bezirk Voitsberg

Priv.-Doz. Dr. Brigitte Wendl, Edelschrott, Schulstraße 80

Bezirk Weiz

Dr. Dora Bartfai, Gleisdorf, Franz-Josef-Straße 38
Mag. DDr. Elisabeth Santigli, Gleisdorf, Hauptplatz 10

(Änderungen vorbehalten)

Mädchen mit Zahnspange, Spruch: Wieder kräftig zubeissen // Foto: Hauptverband

Zuletzt aktualisiert am 18. Januar 2018