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Gleiche Leistung für gleiches Geld


Zahlreiche Verbesserungen für STGKK-Versicherte

Taschenrechner mit Geld im Hintergrund; Copyright: Zerbor-Fotolia.com Zwar waren die Versicherungsleistungen der Gebietskrankenkassen schon bisher zum überwiegenden Teil für ganz Österreich gleich, dennoch sorgten die nicht harmonisierten Leistungen für viel Aufregung in der Öffentlichkeit. Vor kurzem hat die Steiermärkische Gebietskrankenkasse in den zuständigen Gremien wichtige Bereiche der Leistungsharmonisierung beschlossen, für die Versicherten bedeutet das Verbesserungen in der Größenordnung von jährlich rund acht Millionen Euro. 

Einige Bereiche der Leistungsharmonisierung traten rückwirkend mit 1. Oktober 2017, die anderen mit 1. Jänner 2018 in Kraft.


Änderungen rückwirkend mit 1. Oktober 2017:

  • Familienzuschläge zum Krankengeld

Beispiel: Frau Schober ist Alleinerzieherin ihrer fünfjährigen Tochter und erkrankt als Dienstnehmerin. Nach dem Ende der Lohnfortzahlung ihres Dienstgebers erhält sie von der STGKK das volle Krankengeld in der Höhe von täglich 42,60 Euro netto. Durch die Einführung des Familienzuschlags erhält Frau Schober nun 48,45 Euro netto und hat daher  monatlich um 175,50 Euro mehr zur Verfügung.

 

  • Krankenfahrstühle

Für Krankenfahrstühle erfolgt eine Erhöhung der Höchstgrenze, sodass der Zuschuss statt wie bisher 747 Euro künftig 3.420 Euro beträgt. Der Zuschuss wird nur dann geleistet, wenn keine Direktverrechnung erfolgt und ist mit den tatsächlichen Kosten begrenzt.

 

  • Zeckenschutzimpfung

Im Bereich des Kostenzuschusses für die FSME-Schutzimpfung erfolgt eine Erhöhung von 3,70 Euro auf 4,00 Euro.

 

  • Saugende Inkontinenzversorgung

Der Kostenzuschuss für saugende Inkontinenzprodukte (Windeln und Einlagen) wurde von 747 Euro auf 1.368 Euro erhöht. Da die STGKK diese Produkte in Form einer Direktbelieferung an die Versicherten durch Vertragspartner zur Verfügung stellt, ist eine optimale Versorgung gewährleistet. Die Leistungsharmonisierung vereinheitlicht nur den Kostenzuschuss und hat daher für STGKK-Versicherte keine Auswirkung.

 

  • Diabetikerversorgung

Die Anzahl der Blutzuckerteststreifen und Sensoren für das Flash Glucosemonitoring System wurde österreichweit einheitlich nach Diabetestherapien auf bestimmte Abgabemengen festgelegt. 

Zur Verdeutlichung ein Beispiel aus der Praxis: Herr Forstner ist seit seiner Kindheit Typ-1-Diabetiker und mit einer Basis-Bolus-Therapie eingestellt. Aufgrund seiner Diabetestherapie hat er bisher 550 Blutzuckerteststreifen für drei Monate erhalten, im Zuge der Leistungsharmonisierung bekommt er für dieselbe Zeitspanne 650 Blutzuckerteststreifen.




Änderungen mit 1. Jänner 2018:


  • Zahnersatz

Die Zuzahlungen der Versicherten zum abnehmbaren Zahnersatz werden von 50 Prozent bei Metallgerüstprothesen und Kronen bei Teilprothesen bzw. 40 Prozent bei Kunststoffprothesen auf jeweils 25 Prozent reduziert, wodurch sich die Kostenbeteiligung der Versicherten deutlich verringert.

Beispiel: Frau Müller benötigt je eine Totaldauerprothese im Oberkiefer und im Unterkiefer. Diese kosten gesamt laut Tarif 1.704 Euro. Derzeit beträgt der Selbstbehalt  681,60 Euro. Bei Behandlungen, die 2018 beginnen, wird sich der Selbstbehalt auf 426 Euro verringern. Durch die Leistungsharmonisierung erspart sich die Versicherte also 255,60 Euro.

 

  • Kieferregulierungen

Die Zuzahlungen der Versicherten zu den Kosten der abnehmbaren Kieferregulierung (Zahnspange) werden auf 30 Prozent reduziert. Der Kostenzuschuss für festsitzende Regulierungen, die nicht unter den Begriff „Gratiszahnspange“ (für Kinder und Jugendliche mit gravierenden Fehlstellungen) fallen, wird auf 70 Prozent erhöht, wobei der Zuschuss mit der Höhe der tatsächlichen Kosten begrenzt ist.

Ein Beispiel: Die Tochter von Herrn Schwarz benötigt aufgrund ihrer Zahnfehlstellung eine festsitzende Kieferregulierung. Diese kostet pro Behandlungsjahr 2.000 Euro. Unter Berücksichtigung der Kassenleistung von 439,50 Euro hat Herr Schwarz 1.560,50 Euro selbst zu tragen. Durch die Leistungsharmonisierung erhöht sich der Zuschuss im Jahr 2018 auf 615,30 Euro, Herr Schwarz erspart sich also 175,80 Euro.

 

  • Kontaktlinsen

Die Höchstgrenze für den Kostenzuschuss bei Kontaktlinsen wird von bisher 498 Euro auf 1.368 Euro erhöht.

 

  • Perücken

Für krankheitsbedingt notwendige Perücken wird die Höchstgrenze für den Kostenzuschuss von bisher 747 Euro auf 1.368 Euro erhöht.

 

  • Reise(Fahrt)kosten

Die Regelungen für den Ersatz der Reise(fahrt)kosten bei Vorliegen der dafür notwendigen Voraussetzungen wurden vereinheitlicht. Zum Beispiel: Frau Huber ist von der Rezeptgebühr befreit. Sie muss eine spezielle ärztliche Untersuchung in Wien in Anspruch nehmen und beantragt Fahrtkosten zu dieser nächstgelegen geeigneten Behandlungsstelle. Die Entfernung vom Wohnort beträgt 194 Kilometer. Als Kostenzuschuss erhält sie neun Cent pro Kilometer, in Summe also 34,92 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Durch die Leistungsharmonisierung wird der Zuschuss auf zwölf Cent  pro Kilometer erhöht, Frau Huber werden künftig 46,56 Euro zurückerstattet.

 

  • Transportkosten

Bisher war für medizinisch notwendige Transporte von gehunfähigen Patienten ein Selbstbehalt von 11,70 Euro pro Strecke fällig. Ab 1. Jänner 2018 wird dieser Selbstbehalt abgeschafft.



Zuletzt aktualisiert am 12. Januar 2018